Ohne Bioenergie keine Energiewende in MV

Der LEE-MV fordert eine bessere Nutzung der Bioenergiepotentiale.

Der Landesverband Erneuerbare Energie M-V fordert eine 100% Umstellung auf erneuerbare Energien in allen Bereichen in M-V bis 2040. Dieses bedarf eine optimale Ausnutzung aller erneuerbaren Potentiale im Land. Die Arbeitsgruppe „Bioenergie“ des LEE-MV hat deshalb eine Konzeption „Zukunft der Bioenergie in MV“ erarbeitet, die die Situation, Perspektive und Strategie darstellt, um die erheblichen Bioenergiepotentiale in unserem Land zu erschließen und optimal auszuschöpfen.

„Die Bioenergie ist für die Energiewende unverzichtbar! Sie ist mit 25% der bedeutsamste erneuerbare Primärenergieträger im Land. Insgesamt nutzten wir 5,3 Mrd. kWh Bioenergie als Endenergie für Strom, Wärme und den Verkehr. Damit ist sie der drittwichtigste Energieträger der Stromerzeugung nach Wind und Kohle sowie der wichtigste erneuerbare Energieträger in der Wärmeerzeugung und der Mobilität und trägt damit maßgeblich zur Vermeidung von Treibhausgasen und zum Klimaschutz bei. Doch bei einem Bioenergiepotential von 20-33 Mrd. kWh. in unserem Land werden die vorhandenen Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Im Gegenteil – die Nutzung ist rückläufig.“ betont Maik Orth, Sprecher der Regionalgruppe des Fachverbandes Biogas e.V. und Mitglied der Arbeitsgruppe Bioenergie. „Die Konzeption zeigt, dass es in unserem Land bereits eine Reihe von Standorten gibt, an denen Bioenergie in einer Weise erzeugt und genutzt wird, die beispielhaft ist. Hierauf gilt es aufzubauen und das gute Potential der Bioenergieanlagen zu nutzen, um bei einer weiteren Steigerung des Wind- und Solarenergieanteils im Stromnetz flexibel und netzdienlich agieren und die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität koppeln zu können.“

Die AG „Bioenergie“ des LEE sieht Chancen auf eine Verdopplung des Bioenergieanteils auf insgesamt 10,6 Mrd. kWh bis 2040 um das Ziel 100% Erneuerbare Energien in allen Verbrauchssektoren in MV zu erreichen. Vor allem für den Wärme- und Verkehrssektor gilt es die noch nicht genutzten Potentiale zu erschließen. Insbesondere Biomethan kann zur Dekarbonisierung in allen Sektoren beitragen.

Die energetische Nutzung biogener Rohstoffe stärkt besonders in strukturschwachen Regionen die Wertschöpfung und schafft bzw. sichert dort Arbeitsplätze. Studien zeigen, dass eine Wertschöpfung in der Bioenergienutzung von 90 Mio. EUR und fast 6.000 Arbeitsplätze erreicht wurden. Von großer Bedeutung in unserem Land sind nicht zuletzt auch die Ökosystemdienstleistungen, die im Zusammenhang mit dem Anbau von Energiepflanzen verbunden sein können z.B. durch die Erweiterung der Fruchtfolgen, Grünlandnutzung, Erhalt von Kulturlandschaft, Biodiversität, Bienen und anderen Insekten.

Rudolf Borchert, Landesvorsitzender des LEE fordert: „Damit die Bioenergie auch zukünftig ein wichtiger Baustein der Energiewende sein kann, muss die Politik dafür schnellst möglich die Rahmenbedingungen verbessern. Falls das nicht geschieht besteht die Gefahr das sich die Kapazitäten der Biogasanlagen in MV in den nächsten Jahren halbiert.“

Deshalb enthält die Konzeption entsprechende Forderungen an die Bundes- und Landespolitik.

Der LEE stellt an die Landespolitik folgende konkreten Forderungen:

  • Entwicklung einer Bioenergiestrategie für M-V auf Grundlage dieser Konzeption, die bei veränderten Rahmenbedingungen durch das EEG das Ziel hat, den Bestand der Anlagekapazitäten als unverzichtbaren Bestandteil der Energiewende zu erhalten, insbesondere als Regelenergie für den Strombereich, als regionale Wärmequelle und für die Sektorenkopplung,
  • Schaffung von Rahmenbedingungen zur Absicherung der Teilhabe der Bevölkerung im ländlichen Raum und zur Verbesserung der regionalen Wertschöpfung bei (Bio-) Energieprojekten. Bessere Verknüpfung von ELER-Förderung und Förderung der Erneuerbaren Energien im ländlichen Raum, z.B. Coaching Energiekommunen,
  • Aufnahme der Umstellungsförderung (Investitionen für die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien) in die ELER-Förderung in der nächsten Förderperiode (ab2021)

Konzeption Zukunft der Bioenergie

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Pressemitteilung

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Positionspapier zur Halbzeit der Legislaturperiode in MV

Der Ausbau der Solarenergie ist ein Kernelement unserer Energiewende!
Die Solarenergie ist eine unverzichtbare Säule der Energiewende und eines wirksamen Klima- und Ressourcenschutzes in MV. Nur die Photovoltaik (PV) und die Windenergie haben ausreichend erschließbare Ausbaupotenziale und Kostensenkungsmöglichkeiten, um die fossilen und atomaren Erzeuger schrittweise zu ersetzen.

An diesem neuen „Leitsystem“ müssen sich künftig regelbare Stromerzeuger sowie bestehende und noch erforderliche Instrumente zum Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch orientieren. Denn schon heute ist PV-Strom günstiger als Kohle- oder Atomstrom und zweifellos umweltfreundlicher.

Der Zubau von Photovoltaikanlagen in MV war im vergangenen Jahr nur rd 10% (149,3MWp ) höher als im Vorjahr und liegt damit 20% unter dem durchschnittlichen Zubau in Deutschland. Gleichzeitig sind z. B. rd. 16% mehr Anlagen in unserem Nachbarbundesland Brandenburg (172,9MWp) installiert worden. Im bundesweiten Vergleich liegt Mecklenburg-Vorpommern damit beim Zubau im unteren Drittel. Die Potenziale der Photovoltaik werden bisher nicht adäquat ausgenutzt. Das gleiche gilt auch bei der Solarwärmeerzeugung.

Der Solarverband MV und der Landesverband Erneuerbare Energien M-V legt daher einen Forderungskatalog mit den folgenden sechs Punkten vor:

  • Solarstrom in M-V lohnt sich für Land, Menschen und Umwelt!
  • Solarstrom zum Eigenverbrauch, ggf. mit Batteriespeicher und Vermarktung sind das Beste gegen steigende Strombezugskosten.
  • Es gibt riesige Potentiale für Solarstrom in MV auf dem Dach oder der Freifläche – Damit wir nicht abgehängt werden, sollten wir diese nutzen.
  • Beseitigung des 52-GW–PV-Deckels zur Vermeidung eines Markteinbruchs 2020/2021
  • Deutliches Heraufsetzen der jährlichen Photovoltaik-Ausbauziele für PV-Anlagen auf der Freifläche und Gebäuden.
  • Aufstockung der EEG-Auktionsvolumen für PV um 4 GWp, im derzeitigen technologiespezifischen Auktionsdesign verteilt auf die Jahre 2018–2020 und eine Verstetigung auf mindestens diesem Niveau auch in den Folgejahren.

Hintergrundpapier

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Scheitert die Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern? | LEE fordert 1,2% der Landesfläche als Windeignungsgebiete bis 2025

Der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) warnt davor, dass die energiepolitischen Ziele auch in Mecklenburg-Vorpommern verfehlt werden. Der LEE hat daher ein Positions-papier erarbeitet, das die Situation, Perspektiven und notwendigen Maßnahmen darstellt, um die beschlossenen energiepolitischen Ziele im Bereich Windkraft an Land noch zu erreichen.

„Mecklenburg-Vorpommern ist noch ein Vorreiter bei der Energiewende. Doch selbst in unserem Land machen Erneuerbare Energien erst ein Drittel der Energieversorgung aus. Das reicht nicht aus, um den Klimawandel zu stoppen, von dem Mecklenburg-Vorpommern mit seinen flachen Küsten und durch zunehmende Trockenperioden besonders betroffen ist. Insbesondere in den Bereichen Wärme und Verkehr spielen Erneuerbare Energien bisher nur eine sehr untergeordnete Rolle. Mit dem Ausbau der Elektromobilität und dem zunehmenden Einsatz von Wärmepumpen wird auch in den Bereichen Verkehr und Wärme Strom eine wesentliche Energiequelle sein. Doch der notwendige Ausbau der Erneuerbaren Energien kommt nicht schnell genug voran, insbesondere der Ausbau der Windenergie an Land,“ betont Rudolf Borchert, Landesvorsitzender des LEE. „Windenergie an Land ist mit einem Anteil von rund 50% der wichtigste Baustein der Erneuerbaren Energien in Mecklenburg-Vorpommern. Um zumindest die Ziele der Landesregierung zu erreichen, bräuchten wir einen jährlichen Zubau von über 300MW, also rund 80 Windkraftanlagen pro Jahr. Aktuell erreichen wir weniger als 200 MW, bei sinkender Tendenz. Das ist ein Alarmzeichen.“

Die Landesregierung hat in ihrer Energiepolitischen Konzeption von 2015 das Ziel festgelegt, bis 2025 die Windenergie an Land auf 6.000MW Leistung auszubauen. Anfang 2018 fehlten an diesem Ziel noch über 2.700MW. Damit müsste von 2018 – 2025 ein Zubau von rund 340MW pro Jahr erfolgen, um dieses Ziel zu erreichen.

„Wir brauchen dringend neue Eignungsgebiete für Windenergie in MV“, fordert Rudolf Borchert vom LEE. „Seit 2011 sind keine neuen Eignungsgebiete mehr ausgewiesen worden. Die laufenden Neuausweisungen kommen nur schleppend voran. Nach aktuellen Informationen werden die Neuausweisungen auch nur zu einer geringfügigen Erweiterung der Eignungsgebiete von rund 0,6% auf nicht einmal 0,8% der Landesfläche führen. Erforderlich sind jedoch mindestens 1,2% bis 2025. Bis spätestens 2040 ist eine Ausweisung von 2% der Landesfläche erforderlich, um noch die Energiewende zu schaffen und dem Pariser Klimaschutzabkommen gerecht zu werden.“

Der LEE legt daher einen Forderungskatalog vor, der folgende sieben Punkte enthält:

  • Das Ziel der Landesregierung, die Windenergie an Land bis 2025 auf 6.000 MW auszubauen, muss umgesetzt werden.
  • Die laufenden Teilfortschreibungen zur Ausweisung neuer Eignungsgebiete sind zügig abzuschließen, spätestens bis 2020, um nach 2011 endlich wieder neue Eignungsgebiete auszuweisen.
  • Das Ausbauziel von 6.000 MW bis 2025 muss Grundlage für die Ausweisung neuer Windeignungsgebiete mit einem Umfang von mindestens 1,2% der Landesfläche bis 2025 sein.
  • Die Landesregierung muss eine grundsätzliche Klärung herbeiführen, wie dieses Ziel unter Berücksichtigung eines angemessenen Artenschutzes und des Landschaftsbildes zu erreichen ist.
  • Der im Koalitionsvertrag vorgesehene neue Windenergieerlass muss die Grundlage schaffen, um die erforderlichen Windeignungsgebiete von 2% der Landesfläche bis 2040 auszuweisen.
  • Eine Konzentration der erforderlichen Eignungsgebiete auf wenige lokal beschränkte Gebiete lehnen wir aus ökologischen und sozialen Gründen ab.
  • Das gesamt zu Verfügung stehende politische und planerische Instrumentarium muss derart ausgerichtet sein, um die genannten Ziele zu erreichen.

Pressemitteilung

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Hintergrundpapier

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Energiepolitische Konzeption für M-V

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