LEE MV wählt neuen Vorstand

v.l. Rudolf Borchert (Ehrenvorsitzender), Johann-Georg Jaeger (Vorsitzender)

Der Landesverband Erneuerbare Energien Mecklenburg-Vopommern e. V. (LEE MV) hat auf der Mitgliederversammlung am 15. November 2018 Johann-Georg Jaeger als neuen Landesvorsitzenden gewählt. Rudolf Borchert scheidet aus persönlichen Gründen aus und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Rudolf Borchert: „Ich freue mich, dass Johann-Georg Jaeger jetzt das Ruder übernimmt. Er verfügt über breite Kenntnisse in allen Bereichen der erneuerbaren Energien, landespolitische Erfahrung und ist u.a. Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Rostock.“

Johann-Georg Jaeger: „Es gebührt großen Dank an Rudolf Borchert. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der LEE MV sich in knapp zwei Jahren zu einem der wichtigsten Akteure für die Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt hat. Wir freuen uns, dass er uns als Ehrenvorsitzender weiter unterstützen wird. Mit dem Ehrenvorsitz möchten wir die Verdienste von Rudolf Borchert für den LEE MV würdigen, aber auch sein langjähriges Engagement als Ansprechpartner für alle Akteure der Energiewende und Vorsitzender des Energieausschusses im Landtag.“

Rudolf Borchert sieht die Ausweisung von ausreichend Eignungsgebieten für die Windenergie auch weiterhin als zentrale Herausforderung der Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir brauchen 1,2 Prozent der Landesfläche als Windeignungsgebiete bis 2025 und 2 Prozent bis 2040. Mit zu erwartenden 0,8 Prozent liegen die aktuellen Entwürfe für die Regionalplanung weit darunter.“ Johann-Georg Jaeger fordert, dass die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die Energiewende wieder zur Chefsache macht und das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung sowie die Landesenergie- und Klimaschutzagentur und Genehmigungsbehörden mit deutlich mehr Personal ausstattet. Die Energiewende ist eine zentrale Herausforderung und der Klimawandel wird die Zukunft unserer Kinder prägen, wenn wir heute nicht entschlossen handeln. Aus diesem Grund sollte die Ministerpräsidentin die Initiative übernehmen, um bei der geplanten Verfassungsänderung auch den Klimaschutz mit aufzunehmen. Dieses Staatsziel sollte dann mit einem Klimaschutzgesetz noch in dieser Legislaturperiode untersetzt werden.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern decken wir erst ein Drittel unserer Energie aus erneuerbaren Energien. Und trotz dessen, dass wir im Strombereich schon fortschrittlich sind, decken erneuerbare Energien nur etwa 5 Prozent des Bedarfs im Verkehr und 10 Prozent des Wärmebedarfs. Wir brauchen daher einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und eine effiziente Verknüpfung von Stromerzeugung mit den Sektoren Verkehr und Wärme. Der LEE MV bereitet dahingehend mit zahlreichen Partnern ein Projekt zum Thema Sektorenkopplung vor.




Ohne Bioenergie keine Energiewende in MV

Der LEE MV fordert eine bessere Nutzung der Bioenergiepotentiale.

Der Landesverband Erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern e. V. (LEE MV) fordert eine 100 Prozent-Umstellung auf erneuerbare Energien in allen Bereichen in MV bis 2040. Dieses bedarf eine optimale Ausnutzung aller erneuerbaren Potentiale im Land. Die Arbeitsgruppe Bioenergie des LEE MV hat deshalb ein Konzept „Zukunft der Bioenergie in MV“ erarbeitet, das die Situation, Perspektive und Strategie darstellt, um die erheblichen Bioenergiepotentiale in unserem Land zu erschließen und optimal auszuschöpfen.

„Die Bioenergie ist für die Energiewende unverzichtbar! Sie ist mit 25 Prozent der bedeutsamste erneuerbare Primärenergieträger im Land. Insgesamt nutzten wir 5,3 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Bioenergie als Endenergie für Strom, Wärme und Verkehr. Damit ist sie der drittwichtigste Energieträger der Stromerzeugung nach Wind und Kohle sowie der wichtigste erneuerbare Energieträger in der Wärmeerzeugung und der Mobilität und trägt damit maßgeblich zur Vermeidung von Treibhausgasen und zum Klimaschutz bei. Doch bei einem Bioenergiepotential von 20 bis 33 Mrd. kWh in unserem Land werden die vorhandenen Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Im Gegenteil – die Nutzung ist rückläufig“, betont Maik Orth, Sprecher der Regionalgruppe des Fachverbandes Biogas e. V. und Mitglied der Arbeitsgruppe Bioenergie. „Das Konzept zeigt, dass es in unserem Land bereits eine Reihe von Standorten gibt, an denen Bioenergie in einer Weise erzeugt und genutzt wird, die beispielhaft ist. Hierauf gilt es aufzubauen und das gute Potential der Bioenergieanlagen zu nutzen, um bei einer weiteren Steigerung des Wind- und Solarenergieanteils im Stromnetz flexibel und netzdienlich agieren und die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität koppeln zu können.“

Die Arbeitsgruppe Bioenergie des LEE MV sieht Chancen auf eine Verdopplung des Bioenergieanteils auf insgesamt 10,6 Mrd. kWh bis 2040 um das Ziel 100 Prozent erneuerbare Energien in allen Verbrauchssektoren in MV zu erreichen. Vor allem für den Wärme- und Verkehrssektor gilt es die noch nicht genutzten Potentiale zu erschließen. Insbesondere Biomethan kann zur Dekarbonisierung in allen Sektoren beitragen.

Die energetische Nutzung biogener Rohstoffe stärkt besonders in strukturschwachen Regionen die Wertschöpfung und schafft bzw. sichert dort Arbeitsplätze. Studien zeigen, dass eine Wertschöpfung in der Bioenergienutzung von 90 Mio. Euro und fast 6.000 Arbeitsplätze erreicht wurden. Von großer Bedeutung in unserem Land sind nicht zuletzt auch die Ökosystemdienstleistungen, die im Zusammenhang mit dem Anbau von Energiepflanzen verbunden sein können, z.B. durch die Erweiterung der Fruchtfolgen, Grünlandnutzung, Erhalt von Kulturlandschaften, Biodiversität, Bienen und anderen Insekten.

Rudolf Borchert, Landesvorsitzender des LEE MV fordert: „Damit die Bioenergie auch zukünftig ein wichtiger Baustein der Energiewende sein kann, muss die Politik dafür schnellstmöglich die Rahmenbedingungen verbessern. Falls das nicht geschieht besteht die Gefahr das sich die Kapazitäten der Biogasanlagen in MV in den nächsten Jahren halbiert.“

Deshalb enthält das Konzept entsprechende Forderungen an die Bundes- und Landespolitik.

Der LEE MV stellt an die Landespolitik folgende konkrete Forderungen:

  • Entwicklung einer Bioenergiestrategie für MV auf Grundlage dieser Konzeption, die bei veränderten Rahmenbedingungen durch das EEG das Ziel hat, den Bestand der Anlagekapazitäten als unverzichtbaren Bestandteil der Energiewende zu erhalten, insbesondere als Regelenergie für den Strombereich, als regionale Wärmequelle und für die Sektorenkopplung
  • Schaffung von Rahmenbedingungen zur Absicherung der Teilhabe der Bevölkerung im ländlichen Raum und zur Verbesserung der regionalen Wertschöpfung bei (Bio-) Energieprojekten. Bessere Verknüpfung von ELER-Förderung (ELER = Europäischer Landwirtschaftsfonds) und Förderung der erneuerbaren Energien im ländlichen Raum, z.B. Coaching Energiekommunen
  • Aufnahme der Umstellungsförderung (Investitionen für die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien) in die ELER-Förderung in der nächsten Förderperiode (ab 2021)

Konzeption Zukunft der Bioenergie

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Pressemitteilung

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Positionspapier zur Halbzeit der Legislaturperiode in MV

Der Ausbau der Solarenergie ist ein Kernelement unserer Energiewende!
Die Solarenergie ist eine unverzichtbare Säule der Energiewende und eines wirksamen Klima- und Ressourcenschutzes in Mecklenburg-Vorpommern. Nur die Photovoltaik (PV) und die Windenergie haben ausreichend erschließbare Ausbaupotenziale und Kostensenkungsmöglichkeiten, um die fossilen und atomaren Erzeuger schrittweise zu ersetzen.

An diesem neuen „Leitsystem“ müssen sich künftig regelbare Stromerzeuger sowie bestehende und noch erforderliche Instrumente zum Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch orientieren. Denn schon heute ist PV-Strom günstiger als Kohle- oder Atomstrom und zweifellos umweltfreundlicher.

Der Zubau von Photovoltaikanlagen in MV war im vergangenen Jahr nur rund 10 Prozent – 149,3 MWp (Mega-Watt-peak) höher als im Vorjahr und liegt damit 20 Prozent unter dem durchschnittlichen Zubau in Deutschland. Gleichzeitig sind beispielsweise rund 16 Prozent mehr Anlagen in unserem Nachbarbundesland Brandenburg (172,9 MWp) installiert worden. Im bundesweiten Vergleich liegt Mecklenburg-Vorpommern damit beim Zubau im unteren Drittel. Die Potentiale der Photovoltaik werden bisher nicht adäquat ausgenutzt. Das gleiche gilt auch bei der Solarwärmeerzeugung.

Der Solarverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. und der Landesverband Erneuerbare Energien Mecklenburg-Vopommern e. V. legen daher einen Forderungskatalog mit den folgenden sechs Punkten vor:

  • Solarstrom in MV lohnt sich für Land, Menschen und Umwelt!
  • Solarstrom zum Eigenverbrauch, ggf. mit Batteriespeicher und Vermarktung, ist das Beste gegen steigende Strombezugskosten.
  • Es gibt riesige Potentiale für Solarstrom in MV auf dem Dach oder der Freifläche. – Damit wir nicht abgehängt werden, sollten wir diese nutzen.
  • Beseitigung des 52-GW–PV-Deckels zur Vermeidung eines Markteinbruchs 2020/2021
  • Deutliches Heraufsetzen der jährlichen Photovoltaik-Ausbauziele für PV-Anlagen auf der Freifläche und Gebäuden.
  • Aufstockung der EEG-Auktionsvolumen für PV um 4 GWp (Giga-Watt-peak), im derzeitigen technologiespezifischen Auktionsdesign verteilt auf die Jahre 2018 bis 2020 und eine Verstetigung auf mindestens diesem Niveau auch in den Folgejahren.

Hintergrundpapier

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